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Post vom alten Brehm

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Renthendorfer Mühlenbesitzer entdeckt in alten Unterlagen ein Schriftstück vom berühmten „Vogelpastor“

Renthendorf: Edgar Wolf, Eigentümer der historischen Sebastians-Mühle am Ortseingang von Renthendorf, traute seinen Augen nicht: In einem Stapel alter Hausdokumente entdeckte der 78-jährige ein Schriftstück von Christian Ludwig Brehm (1787 – 1864), dem berühmten „Vogelpastor“ und Naturforscher.

 

Bei der Post vom „alten Brehm“, wie der Pionier der Ornithologie auch genannt wird, handelt es sich offensichtlich um einen durch Boten überbrachten Auftrag an den damaligen Mühlenbesitzer von Renthendorf, vermutlich Traugott Müller. Dieser muss auch Pate von einem der Brehm-Kinder gewesen sein, denn Christian Ludwig Brehm beginnt seine Zeilen mit der Anrede „Lieber Pate.“ Dann bittet er den Müller: „Sei so gut, uns das Viertel zu schroten. Aber meine Frau möchte gerne etwas Mehl daraus haben.“ Und dringend fügt Brehm hinzu: „Du musst es aber gleich machen, denn wir haben nichts mehr zu futtern.“

„Leider ist das Schreiben an den damaligen Müller nicht mit einem Datum versehen“, sagt

Entdecker Wolf. „Da der Name von Brehms Frau nicht konkret genannt wird und der Pfarrer zwei Mal verheiratet war, ist eine konkrete zeitliche Einordnung nicht ganz einfach.“ Nach Ansicht von Wolf könnte Brehm das Schriftstück zwischen 1827 (Hochzeit mit seiner zweiten Frau Bertha Reiz aus Brinnis) und 23. Juni 1864 (Brehms Todestag) geschrieben haben.

„Unbestritten ist die Echtheit des Zeitdokumentes“, sagt Edgar Wolf. „Ich kenne die Handschrift von Brehm nur zu gut.“ Er muss es wissen, denn der gelernte Kfz-Meister und Hobby-Ornithologe war von 1976 bis 1981 erster hauptamtlicher Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. Kopfzerbrechen macht Wolf allerdings der zweite Absatz des Briefes, in dem es heißt: „Wilhelm wird morgen einen Scheffel Korn zu Brot bringen. Richte Dich ein, dass Du den sogleich malen kannst.“ Edgar Wolf: „Ich habe keine Ahnung, wer der besagte Wilhelm sein könnte. Der Name taucht nirgendwo sonst auf. Ein Sohn von Brehm ist es jedenfalls nicht. Möglicherweise handelt es sich um einen Dienstboten, der dem damaligen Müller namentlich bekannt war, oder um einen kirchlichen Mitarbeiter von Christian Ludwig Brehm.“

Die noch offenen Rätsel, die der sensationelle Brief-Fund aufwirft, sollen durch weitere Forschungen geklärt werden. Die Sebastians-Mühle am Lauf des Roda-Flusses in Renthendorf wurde im Jahr 1855 erneuert, sie soll jedoch schon um 1750 existiert haben

 

28.11.2012/Friedhelm Berger/Top Press

 

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