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Tolle Tiergeschichten

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„Ich will etwas bewegen“–Erstes Interview mit dem neuen Chef der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf

 Renthendorf:

Er gilt als einer der namhaftesten deutschen Zeckenforscher: der in Altenburg geborene Mikrobiologe Prof. Dr. Jochen Süß, ehrenamtlicher Bürgermmeister der 468 Einwohner zählenden Doppelgemeinde Lippersdorf-Erdmannsdorf. Seit Anfang September ist der 65-Jährige auch Chef der weltweit bekannten Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. AA-Mitarbeiter Friedhelm Berger sprach mit ihm über seine neue Aufgabe und Alfred Brehms„Thierleben“.

 

Warum haben Sie die Leitung der Brehm-Gedenkstätte übernommen?Ich habe mich um die Stelle beworben, weil ich mich einer neuen Herausforderung stellen und etwas bewegen will. Ich will meine Kraft und meine bestehenden Kontakte einsetzen, damit die Brehm-Gedenkstätte aufgewertet und in jeder Hinsicht für Besucher attraktiver wird.


Das kostet Geld und vor allem Zeit. Ihre neue Stelle sieht laut Ausschreibung eine Arbeitszeit von lediglich zehn Stunden pro Woche vor. Das muss doch für Sie wie ein Witz klingen?
Das ist richtig. Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich in Wirklichkeit ein Vielfaches dieser Zeit arbeiten muss, um die Sache voranzutreiben. Das werde ich auch ernsthaft tun. Ich bin seit dem 1.Juli als Wissenschaftler des Friedrich-
Löffler-Instituts in Jena, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, offiziell im Ruhestand. Ich bin finanziell abgesichert und habe die Zeit, mir unbezahlte Überstunden leisten zu können.


Aber auch Sie arbeiten nicht völlig umsonst?
Mir geht es nicht ums eigene Geld, sondern um die Sache. Es ist kein Geheimnis: Ich bekomme als Leiter der Brehm-Gedenkstätte gerade mal 700 Euro im Monat. Mein zusätzlicher ehrenamtlicher Einsatz schont den Etat des Hauses und schafft Freiraum für wichtige Ausgaben.


Was sind Ihre ersten Pläne?
Ich werde herumreisen und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft umtatkräftige und finanzielle Unterstützung bitten, damit das international bedeutsame Haus und die Brehm-Sammlung künftig besser präsentiert werden
können.


Als Bürgermeister vertreten Sie Ihre Gemeinde im Zweckverband, der bekanntlich Träger der Gedenkstätte ist und damit rechtlich Ihr neuer Arbeitgeber. Da ist doch Ärger vorprogrammiert, oder?

Das sehe ich nicht so. Als Leiter der Brehm-Gedenkstätte habe ich bei Beratungen des Zweckverbandes, dem sechs Gemeinden angehören, zwar nach wie vor einen wichtigen Sitz, aber bei Abstimmungen keine Stimme mehr.


Ihr besonderer Wunsch?
Ich wünsche mir eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Brehm e.V., der leider aus Platzgründen aus der Brehm-Gedenkstätte ausziehen muss und hoffentlich im benachbarten Brehm-Pfarrhaus ein neues Zuhause bekommt.


Haben Sie eigentlich „Brehms Thierleben“,das berühmte Werk von Alfred Edmund Brehm, das in denJahren1863bis1869 in erster Auflage erschien, jemals gelesen?

Ehrlich gesagt nein, ich kenne nur ein paar seiner tollen Tiergeschichten. Aber als Biologie-Student und später als Wissenschaftler sind mir selbstverständlich seine Forschungsergebnisse und die seines Vaters Christian Ludwig Brehm nicht verborgen geblieben.

 

16.09.2012/Top Press/Friedhelm Berger

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